Tigermücke, asiatische Hornisse und Japankäfer – ein Abend der Bösewichte

Ein Abend voller Summen, Stechen – und guter Stimmung: Am 15. April verwandelte sich der GundeliDräff in einen Treffpunkt für alle, die sich für das Leben im eigenen Garten und im Gundeli interessieren. Unter dem Titel „Tigermücke, Japankäfer, Bienen und Co. – Nützlinge und Schädlinge im Gundeli“ lud die Gundeldinger Koordination zu einer ebenso informativen wie anschaulichen Auseinandersetzung mit kleinen, aber nicht unbedeutenden Mitbewohnern ein.
Besonderes Interesse am Thema zeigten Menschen mit Freizeitgärten oder eigenem Grünraum im Gundeli. Drei Vorträge waren angekündigt: Zur Tigermücke und asiatischen Hornisse, zum Japankäfer sowie zu den Bienenvölkern im Gundeli. Letztere hätten den Abend eigentlich versöhnlich und positiv abrunden sollen. Doch kurzfristig musste dieser Beitrag abgesagt werden. So wurde der Anlass ungeplant zu einem Abend der „Bösewichte“. Der Qualität tat dies jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil. Die Referentinnen Ann-Christin Honnen, Biosicherheitsinspektorin des Kanton Baselstadts und Monika Schaub vom kantonalen Pflanzenschutz überzeugten mit fundiertem Wissen und einer lebendigen Vermittlung. Ihre bildhaften Präsentationen wurden ergänzt durch eine Fülle an Anschauungsmaterial, das das Publikum mitten hinein in die Welt der invasiven Arten führte.

Tigermücke und asiatische Hornisse
Die Tigermücke ist nicht nur lästig, sondern stellt durch ihre mögliche Rolle als Krankheitsüberträgerin auch eine besondere Herausforderung dar. Die Tigermücke, die tagsüber sticht und sich rasant vermehrt, legt ihre Larven in stilles Wasser. Dieses Wasser kann ganz klein und unscheinbar sein, wie zu Beispiel Dohlendeckel oder kleine Wasserlachen. Darum ist es wichtig, dass solche stillstehenden Wasser eliminiert, ausgeleert oder abgedeckt werden oder/und mit dem entsprechenden Mittel gegen Tigermücken behandelt werden (gratis erhältlich bei der Gundeldinger Koordination).
Ebenso eindrücklich war der Einblick in das Verhalten der Asiatischen Hornisse, die unter anderem Jagd auf Honigbienen macht und damit ganze Ökosysteme beeinflussen kann und die sehr schmerzhaft zusticht (auch durch Kleider). Die Nester der asiatischen Hornisse (erst kleine auf Boden- resp. Augenhöhe, dann grosse weit oben in Baumwipfeln oder unter Dachfirsten) sollen unbedingt gemeldet werden. Die mittlerweile grosse Anzahl von Nestern macht aber eine Entnahme aller unmöglich. Die Kantonsstelle muss abwägen und entscheiden, welche Nester entfernt werden und welche nicht. 
Die Anekdote eines Teilnehmenden, wonach ein junger Gärtner in seinem Garten von mehreren Asiatischen Hornissen im Gesicht gestochen wurde und daraufhin einen Schock erlitt, machte die ganze Gruppe sehr betroffen und nachdenklich. Optisch kann man die asiatische Hornisse von der europäischen aufgrund der gelben Füsse und der etwas kleineren Gestalt unterscheiden. Ausserdem hat die europäische Hornisse einen gelben Hinterleib.

Japankäfer
Im zweiten Teil des Abends rückte eine andere invasive Art in den Fokus: Der Japankäfer. Dieser unscheinbare, metallisch grün schimmernde Käfer, nicht grösser als eine Kaffeebohne mit seinen charakteristisch weissen Haarbüschel an Hinterleib und an den Körperseiten kann grosse Schäden (vor allem in der Landwirtschaft) anrichten. Die adulten Käfer fressen an Blättern, Blüten und Früchten von über 300 Pflanzenarten – von Rosen bis zu Obstbäumen, was sie besonders bevorzugen. Auch problematisch sind die Larven im Boden: Sie ernähren sich von Graswurzeln und können ganze Rasenflächen zerstören. Weil sich der Japankäfer rasch vermehrt und kaum natürliche Feinde hat, gilt er als ernsthafte Bedrohung für Landwirtschaft und Gärten. Der Japankäfer, welcher sich in der Region ausbreitet, hat seinen Stammbaum in Italien, wo eine grosse Population vorkommt. Beim Japankäfer handelt es sich um einen meldepflichtigen Quarantäneorganismus, Sichtungen müssen dem kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden.

Drei «Bösewichte», ein gelungener Anlass
Trotz der thematischen Schwere blieb die Stimmung am Quartieranlass durchwegs positiv. Spätestens beim Apéro zum Ausklang zeigte sich, wie wichtig solche Quartieranlässe sind: In angeregten Gesprächen wurden Erfahrungen ausgetauscht, Fragen vertieft und Kontakte geknüpft.
So ging ein informativer Abend zu Ende, der zwar ohne Bienen begann – aber dennoch mit einem lebendigen Summen an Gesprächen und neuen Erkenntnissen ausklang.