1. Anlass und Teilnehmende
Der Runde Tisch zum Tramnetz 2030 fand im Rahmen der Informations- und Austauschaktivitäten der Gundeldinger Koordination statt. Ziel war es, die geplanten Entwicklungen des Basler Tramnetzes mit Fokus auf die Margarethenverbindung und den Margarethenstich zu erläutern, Fragen aufzunehmen und eine Einschätzung der Auswirkungen auf das Gundeldinger Quartier zu ermöglichen. Der Austausch zwischen Verwaltung und Quartierbewohnenden, sowie interessierten Gästen stand dabei im Fokus.
Anwesend waren unter anderem:

2. Ausgangslage
Das bestehende Basler Tramnetz ist historisch gewachsen und stösst zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Insbesondere die starke Bündelung vieler Linien durch die Innenstadt führt zu hoher Störanfälligkeit und Verspätungen. Gleichzeitig wächst die Stadt Basel weiter, neue Entwicklungsgebiete entstehen und müssen an den öffentlichen Verkehr angebunden werden.
Vor diesem Hintergrund hat der Kanton Basel-Stadt das strategische Entwicklungsprogramm Tramnetz 2030 erarbeitet. Es verfolgt folgende Hauptziele:

3. Tramnetz 2030 – Überblick
Als erster Umsetzungsschritt sind vier zentrale Projekte vorgesehen, darunter:
Der Runde Tisch konzentrierte sich schwerpunktmässig aufs Gundeli, das heisst auf die Margarethenverbindung sowie auf die Gleisabzweigung Margarethenstrasse / Güterstrasse.

4. Fokus Margarethenstich und Margarethenverbindung
4.1 Margarethenverbindung
Die Margarethenverbindung bezeichnet die neue Gleisverbindung zwischen Margarethenstrasse und Binningerstrasse (sog. „Margarethenstich“). Hauptziel ist eine schnelle und direkte Verbindung vom Leimental zum Bahnhof SBB.
Ein Kernpunkt ist die geplante S-Tram-Linie 17 (S17) der BLT, die ähnlich einer S-Bahn nur einmal pro Ortschaft hält. Dadurch soll sich die Fahrzeit im Leimental um rund zwölf Minuten verkürzen. Die Hoffnung ist, dass dadurch ein relevanter Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr erfolgt.
Weitere Vorteile:

4.2 Gleisabzweigung

5. Betrieb, Technik und Fahrplan
Aus dem Publikum wurden zahlreiche Fragen zum Betrieb der S-Tram 17 gestellt, insbesondere zur Einhaltung des 7,5-Minuten-Takts und zum Zusammenspiel mit langsameren Linien (z. B. Linie 10).
Die Verwaltung und die BLT führten aus:
Ergänzend wurde darauf hingewiesen, dass die BLT mit der modernisierten Waldenburgerbahn bereits über ein sehr modernes Zugsicherungssystem verfügt, das teilautomatisches Fahren ermöglicht. Dieses System soll schrittweise auf weitere Teile des BLT-Netzes ausgeweitet werden.

6. Politische, rechtliche und finanzielle Aspekte
Ein zentrales Thema war die politische Umsetzbarkeit:
Zur Finanzierung:
Einsprachen sind nicht mehr möglich, da die Baubewilligung bereits vorliegt.
7. Nutzen für Basel-Stadt und das Gundeli
Die Frage, weshalb Basel-Stadt den Hauptteil der Kosten trägt, obwohl insbesondere das Leimental profitiert, wurde intensiv diskutiert. Die Verwaltung argumentierte:
Eine konkrete Prognose zur Reduktion des Autoverkehrs liegt noch nicht vor. Der Verlagerungseffekt wurde untersucht, muss jedoch noch durch das Amt für Mobilität konsolidiert werden.
8. Rückmeldungen aus dem Publikum
Die Diskussionen zeigten ein hohes Interesse, aber auch eine gewisse Polarisierung:

9. Schluss und Apéro
Der Runde Tisch zum Tramnetz 2030 verdeutlichte die strategische Bedeutung der Margarethenverbindung und des Margarethenstichs für die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in Basel. Für das Gundeldinger Quartier ergeben sich langfristig Chancen durch eine Entlastung vom Autoverkehr und eine bessere Anbindung. Gleichzeitig bleiben politische Risiken (Referendum), offene Fragen zur Verkehrsverlagerung sowie zur Kommunikation und Akzeptanz bestehen.
Die Gundeldinger Koordination nimmt eine wichtige Rolle als Vermittlerin zwischen Verwaltung, Politik und Quartierbevölkerung ein und wird den weiteren Prozess weiterhin kritisch und konstruktiv begleiten.
Der Anlass endete wiederum mit einem feinen Apéro, der zu weiteren bilateralen Gesprächen einlud und den Abend ausklingen liess.
Die noch offenen Fragen und Antworten sind hier zu finden.