Besuch von Regierungspräsident Conradin Cramer im Gundeli

Am Donnerstag, 5. März 2026 zeigte sich das Gundeli von seiner schönsten Seite: Die Sonne schien, die Vögel pfiffen, die Magnolien streckten ihre Knospen, wie Fäuste gen Himmel.  
So präsentierte sich der Schauplatz als der Basler Regierungspräsident Conradin Cramer zu einem Besuch ins Quartier kam. 
Startpunkt war das Familienzentrum FAZ, wo ihn die Leiterin des FAZ, Gabriela Brüderlin, herzlich empfing und direkt in das bunte Treiben des Zentrums einführte. Zwischen spielenden, tobenden, malenden Kindern suchte sich Conradin Cramer seinen Weg durchs FAZ, machte Halt in der Kinderkleiderbörse, schüttelte Hände, begrüsste Klein und Gross und liess sich treiben. 
Nach einer halben Stunde gings dann aber auch schon weiter. Gutausgerüstet mit Halbschuh und Sonnenbrille gings zum Frühlingsspaziergang durch das Quartier, begleitet von Gundeliexpertin Beatrice Isler, Geschäftsleiterin Gundeldinger Koordination Léonie Müller-Haller und auch Gabriela Brüderlin, die die Spazierenden abwechselnd mit Hintergrundinformationen und Anekdoten aus dem Gundeli versorgten.

Tellplatz
Beatrice Isler präsentierte den Tellplatz als „Dorfplatz“ des Quartiers und wies auf die markante gelb-grün-rote Überbauung hin, die dem Tellplatz das Flair und die Unverkennbarkeit gibt und erklärte, dass dies ehemalige SBB-Wohnhäuser waren, die heute als Genossenschaft genutzt werden. Zudem sprach sie über die Herausforderungen des Boulevards Tellplatz (Missachtung Fahrverbot, Wildparkieren etc.). Dabei kamen Themen wie der Tellplatzmarkt zur Sprache, der trotz bestehendem Interesse nur schwer erweitert werden kann – beispielsweise für einen Koffermarkt – wegen administrativer Hürden. 
Die Gruppe setzte sich erneut in Bewegung. Die Route führte entlang der Güterstrasse, wobei auf das Projekt Schattenboxen (Holzkistli mit Kletterpflanzen), welches als lokale Reaktion auf Hitzeprobleme im Quartier entstand, da das städtische Klimakonzept aufgrund der Blockrandbebauung hier nicht umgesetzt werden kann, aufmerksam gemacht wurde. Diese Schattenboxen zieren mittlerweile fast die ganze Güterstrasse und sind zu einem Quartiermerkmal geworden.

GundeliDräff
Vor dem GundeliDräff an der Solothurnerstrasse erhielten Conradin Cramer und seine Spaziergängerinnen Einblicke in den sozialen Treffpunkt des Quartiers. Beatrice Isler berichtete aus dem Nähkästchen und konnte so die soziale Lebendigkeit des Quartiers beleuchten.
Anschliessend führte Beatrice Isler zur Liegenschaft Güterstrasse 141, der ehemaligen Coruba Rum-Fabrik, und erzählte von der Geschichte der Coruba Rum Company. Besonders beeindruckend fanden die Spaziergänger:Innen die Wandmalereien im Durchgang der Liegenschaft.

Winkelriedplatz
Weiter gings zum Winkelriedplatz, wo Léonie Müller-Haller und Beatrice Isler vom 150-Jahr-Jubiläum des Gundeldinger Quartiers berichteten, das im Vorjahr mit einem grossen Fest auf dem Platz gefeiert wurde. Conradin Cramer erinnerte sich gerne daran zurück, er war als Besucher und als Redner mit dabei. Der «neue» Winkelriedplatz wurde allgemein als «schöner» Platz wahrgenommen, allerdings wies Léonie Müller-Haller auf fehlende Fussballmöglichkeiten für Kinder hin, da die Tore nach der Sanierung der Spielanlage nicht wieder aufgestellt wurden. Generell gebe es zu wenige Gelegenheiten für den niederschwelligen Kinder- und Breitensport im Quartier.

Weiter über Sempacherstrasse und Gundeldingerstrasse
Der Spaziergang führte vorbei am Gundeldinger Schulhaus mit seinen schönen rot-weiss-gestreiften Storen und weiter in den Margarethenpark, wo Léonie Müller-Haller die aktuelle Sanierung des Mammut-Spielplatzes erklärte. Dabei berichtete sie von der Partizipation der Kinder und dem Konzept der Mitbautage, bei denen die Kinder aktiv beim Spielplatzneubau mitgestalten können.

Kunsteisbahn („Kunschti“) und Gundeldingerfeld
Die Gruppe durchquerte die Wiese vom Margarethenpark und nahm die paar Stufen hoch zum Parkplatz der Kunschti, ein wichtiger Treffpunkt für die Quartierbevölkerung und Vereine, der wesentlich zur Förderung des Breitensports und der Freizeitgestaltung im Gundeli beiträgt. Conradin Cramer zeigte Verständnis für die seit Jahren unklare Zukunft der Einrichtung und die daraus resultierende Unzufriedenheit im Quartier. 
Schliesslich ging es weiter zum Gundeldingerfeld, wo die Spaziergruppe die Kletterhalle K7 besichtigte. Léonie Müller-Haller und Gabriela Brüderlin erläuterten die Entwicklung des Areals und betonten die Vielfalt der Angebote für die Quartierbevölkerung. Das Gundeldinger Feld etablierte sich als urbaner, lebendiger und integrativer Ort im Quartier und ist nicht mehr wegzudenken. 
Nach einem letzten Besuch in der Zirkusschule und einem Stopp auf der Tribüne in der Querfeldhalle gings für die Spaziergruppe zurück ins FAZ.

Abschluss im FAZ
Im FAZ warteten bereits einige Quartierbewohnende. Conradin Cramer hielt eine kleine Rede und lobte dabei das Gundeli und seine Entwicklung. Im Anschluss wurde die Quartierbevölkerung zu einem Apéro eingeladen, der Raum für direkten Austausch bot. Der Besuch bot einen lebendigen Einblick in die Stärken und Herausforderungen des Gundeli-Quartiers – von sozialen Treffpunkten über historische Industriegebäude bis hin zu aktuellen Projekten für Kinder und Sport – und zeigte das Engagement der Quartierbewohnenden sowie die Rolle der lokalen Initiativen bei der Gestaltung ihres Lebensraums. Mit einem Rucksack voll Gundeli verabschiedete sich Conradin Cramer wieder in Richtung «ääne an de Gleis».