Rundgang über das Dreispitz-Areal
Veröffentlicht am 4. September 2026

Unser Rundgang führte von der Fachhochschule Nordwestschweiz über das Areal zu Herzog & de Meuron, weiter zum Birtel und zum HEK. Dabei zeigte sich der Dreispitz als ein aussergewöhnlicher Ort zwischen Industriegeschichte, Architektur, Kunst, Bildung und unterschiedlichsten Kulturen.
Vom Landwirtschaftsgebiet zum Stadtquartier
Der Name Dreispitz kommt von der markanten keil- bzw. dreiecksförmigen Form des Areals. Ursprünglich war das Gebiet Landwirtschaftsland und gehörte ab 1840 zunehmend zum Besitz von Christoph Merian. Ab 1901 entwickelte es sich zum Materiallagerplatz und später zu einem wichtigen Logistik- und Gewerbestandort. Von 1922 bis 2007 befand sich hier auch das Basler Zollfreilager.
Heute ist der Dreispitz längst mehr als ein Industrieareal: Gewerbe, Dienstleistungen, Bildung, Kultur, Freizeit und erste Wohnnutzungen treffen aufeinander. Auffällig sind dabei die noch vorhandenen Gleise und Gleisstränge, die an die frühere Funktion als Logistikstandort erinnern und den Weg durch das Areal mitprägen.


Architektur, Kunst und Vielfalt
Besonders spannend ist die Mischung der Nutzungen. Herzog & de Meuron, die bereits 2001/02 eine wichtige städtebauliche Vision für die Entwicklung des Dreispitz erarbeiteten, haben ihren Hauptsitz auf dem Areal. Ihre Idee war nicht ein völlig durchgeplanter Stadtteil, sondern eine Weiterentwicklung der vorhandenen Vielfalt.
Überall begegnet man Kunst im öffentlichen Raum, ungewöhnlichen Gebäuden und Spuren verschiedener Nutzungen. Dazu kommen Orte wie das HEK und die Hochschule, aber auch ganz alltägliche und überraschende Angebote. Ein schönes Beispiel dafür ist die Minigolfanlage, die während der Corona-Zeit von drei Freundinnen gegründet wurde.




Auch die kulturelle Vielfalt wird sichtbar: Neben modernen Bildungs- und Kulturinstitutionen findet sich beispielsweise ein Hindutempel – ein spannender Kontrast und Ausdruck dafür, wie unterschiedlich die Menschen und Nutzungen auf dem Dreispitz zusammenkommen.
Für Kinder gibt es mit dem Kindergleiskreis von Robi Spiel Aktionen ebenfalls einen ganz eigenen Zugang zum Areal. So wird der Dreispitz nicht nur Arbeits- und Kulturort, sondern auch ein Ort zum Spielen, Entdecken und Verweilen.



Ein Areal im Wandel
Heute gehört das rund 50 Hektar grosse Areal der Christoph Merian Stiftung (CMS). Die Grundstücke sind grösstenteils im Baurecht an verschiedene Nutzerinnen und Nutzer vergeben.
Der Dreispitz soll sich auch in Zukunft weiterentwickeln. Die aktuelle Planung setzt auf eine schrittweise Transformation: mehr Verbindung zu den umliegenden Quartieren, zusätzliche Wohnmöglichkeiten, weiterhin Platz für Gewerbe sowie mehr Freiräume, Begrünung und Aufenthaltsqualität. Die Entwicklung soll dabei ausdrücklich die bestehende Vielfalt nicht verdrängen, sondern weiterführen.
Ein besonderer Blick auf das Areal bot sich zum Schluss von der Bibliothek der FHNW: Von oben wird sichtbar, wie unterschiedlich und gleichzeitig zusammenhängend dieser Ort ist – ein Stück Stadt, das sich ständig verändert und gerade durch seine Mischung so interessant bleibt.


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