Marco Jenni, neuer Geschäftsleiter vom Backwarenoutlet gibt Einblick in seine «Backstube»
Die Körbe, Regale und Vitrinen sind randvoll mit Weggli, Gipfeli, Brot, Sandwiches und Patisserie. «Und wir haben auch Gemüse und Früchte», erzählt Marco Jenni und fügt an: «All diese Lebensmittel retten wir und verkaufen sie täglich hier im Backwarenoutlet.» Die Früchte und das Gemüse kommen vom Grosshandel, die Backwaren werden täglich (Mo – Sa) früh morgens bei Bäckern und Backstuben in Basel und Umgebung abgeholt. Es ist die «Überproduktion», die im Backwarenoutlet an der Güterstrasse 120 in den Verkaufsregalen landet. Bis abends um 19.00Uhr werden die Lebensmittel verkauft. Danach wird was übrig ist an armutsbetroffene Menschen verschenkt. Bleibt dann noch was übrig, landet es bei Bauern, die das Brot als Tierfutter verwenden.
Freiwilligenarbeit
Das ganze Konzept vom Backwarenoutlet stützt sich auf viel Freiwilligenarbeit. «4 Leute sind wirklich angestellt», erklärt Jenni, «aber wir haben fünfundzwanzig bis dreissig Freiwillige». Diese engagieren sich aus unterschiedlichen Gründen, seien es Pensionierte, die gerne arbeiten wollen, Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Arbeit finden und so eine Art «Wiedereingliederung» anstreben, oder Menschen, die am Ende des Tages so viel Essen mit nach Hause nehmen möchten, wie es geht. Und natürlich ist auch viel Idealismus dabei: «Viele, und auch ich, arbeiten hier aus Überzeugung. Mein Motto war es schon immer: Lebensmittel schätzen und retten, das ist gelebte Nachhaltigkeit», so Jenni, der einst Umweltingenieur studiert hat. Seit drei Monaten hat Marco Jenni die Geschäftsleitung vom Backwarenoutlet übernommen. «Mich hat der frühere Geschäftsleiter quasi auf der Strasse angefragt, ob ich übernehmen möchte und ich habe zugesagt». Noch sei er am Anfang und habe den gesamten Überblick noch nicht. Aber es gäbe doch schon ein paar Ideen für Projekte und Weiterentwicklungen. Aber eines nach dem anderen.
Mehr als nur Brot
Es ist gemütlich im Lokal und man bekommt auch einen Kaffe oder Tee oder ein kühles Getränk. Und zu jedem Getränk gibt’s Gebäck «à discrétion». Zudem bietet der Backwarenoutlet auch ein Catering-Angebot an, sogenannte «na(s)chhaltige Caterings». «Man kann bei uns die Waren abholen, oder wir liefern auch», erklärt der Geschäftsleiter und erzählt weiter: «Ausserdem verfolgen wir das Konzept «No Paperwaste», das bedeutet, dass wir die Produkte in Tüten und Taschen füllen, die sonst weggeworfen würden, zum Beispiel Brottüten von Bäckereien, die keiner mehr braucht.» Das Konzept vom Backwarenoutlet ist also durch und durch nachhaltig und finanziert sich selbst. «Im Moment sind wir dank der Freiwilligenarbeit und dem Verkauf kostendeckend unterwegs», so Jenni.
Nun steht aber ein Umbau an. Die Lokalität ist in die Jahre gekommen und braucht ein bisschen Pflege. «Wir suchen drum ein Provisorium für ca 6-8 Wochen», sagt Jenni und ist sicher «wir finden etwas im Gundeli».
Der Backwarenoutlet verkauft seine Produkte von Montag bis Samstag jeweils von 7Uhr morgens bis 19.00Uhr (samstags, 18.00Uhr).
Marco Jenni, Geschäftsleiter Backwarenoutlet


Backwarenoutlet, Güterstrasse 120